München – Die Formycon AG (ISIN: DE000A1EWVY8/ WKN: A1EWVY) hat heute zusammen mit ihren akademischen Partnern Prof. Dr. Ulrike Protzer, Lehrstuhl für Virologie, und Prof. Dr. Johannes Buchner, Lehrstuhl für Biotechnologie der Technischen Universität München, neue Ergebnisse zur in-vitro-Neutralisierung von SARS-CoV-2-Varianten durch Formycons COVID-19-Medikament FYB207 bekannt gegeben. Diese zeigen, dass FYB207 gegen die als besonders ansteckend geltende B.1.1.7 Mutante des Virus eine sogar noch stärkere Wirkung entfaltet als gegen frühere Varianten.

Die Studie, die auf bereits veröffentlichten Daten (BioRxiv Preprint: https://doi.org/10.1101/2020.12.06.413443) aufbaut, wird heute im Rahmen des „30th Annual Meeting of the Society for Virology“ vorgestellt und trägt den Titel „Singular ACE2-IgG4-Fc fusion protein efficiently inhibits SARS-CoV-2 entry“. Die Präsentation wird in Kürze auch auf unserer Website unter https://www.formycon.com/pipeline/fyb207 verfügbar sein.

In der aktuellen Studie wurde eine Reihe von SARS-CoV-2-Varianten mit steigender Infektiösität getestet: (I) SARS-CoV-2-Jan, isoliert von einem COVID-19-Patienten aus dem frühesten dokumentierten COVID-19-Ausbruch in Deutschland im Januar 2020, der in direktem Zusammenhang mit dem ersten Ausbruch in Wuhan, China, stand, (II) SARS-CoV-2-April, die isoliert wurde, als sich das Virus im April 2020 erstmals massiv in Europa ausbreitete, und (III) die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7, die erstmals im September 2020 in Großbritannien nachgewiesen wurde, mit erhöhter Infektiösität und Mortalität in Verbindung gebracht wird und sich bald zur vorherrschenden SARS-CoV-2-Variante in Europa entwickelte.

Die FYB207-Konzentration, die für eine 50%ige Inhibierung in vitro notwendig ist (IC50-Wert), liegt im niedrigen nanomolaren Bereich und sank mit jeder Variante: (I) 4,7 nM, (II) 1,3 nM, (III) 0,6 nM, was deutlich zeigt, dass die Neutralisierungsaktivität von FYB207 zunahm, je infektiöser und schädlicher die SARS-CoV-2-Variante war. Die IC50-Werte für FYB207 lassen auf eine hohe neutralisierende Wirkung gegen SARS-CoV-2 B.1.1.7 schließen. Der in-vitro-Neutralisationstest gilt als Surrogat für eine mögliche therapeutische Wirksamkeit in SARS-CoV-2 infizierten Patienten.

„Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt sind zunehmend besorgt, dass neutralisierende Antikörper oder Impfstoffe ihre Aktivität gegen aufkommende SARS-CoV-2-Mutanten verlieren könnten. Während Studien mit neutralisierenden Antikörpern und Seren von geimpften Personen in vitro auf eine Verringerung der neutralisierenden Aktivität gegen B.1.1.7 und weitere SARS-CoV-2-Mutanten hingewiesen haben, zeigen unsere neuen in-vitro-Daten, dass FYB207 die SARS-CoV-2-Mutante B.1.1.7 sogar noch stärker neutralisiert. Diese Ergebnisse unterstützen unsere Strategie, FYB207 als Behandlungsoption für COVID-19-Patienten zu entwickeln, aber damit auch einen Beitrag zu leisten, auf den Ausbruch neuer Coronavirus-Mutanten vorbereitet zu sein“, sagt Dr. Carsten Brockmeyer, CEO der Formycon AG.

SARS-CoV-2 und andere Coronaviren nutzen das Protein ACE2 auf der Oberfläche menschlicher Zellen als Eintrittspforte für Infektionen der Atemwege. Formycon hat daher das humane ACE2-Protein mit Hilfe von computergestütztem Strukturdesign an den konstanten Teil des humanen Immunglobulins G4 (IgG4) fusioniert und damit einen sehr effektiven SARS-CoV-2-Blocker geschaffen, der die Zellinfektion in vitro vollständig verhindert.

Im Vergleich zu Impfstoffen und therapeutischen Antikörpern ist das ACE2-IgG4-Fc Fusionsprotein maximal gegen das Entkommen des Virus durch Mutation geschützt. Das für Coronaviren beschriebene Risiko einer Infektionsverstärkung durch Impfstoffe und IgG1-Antikörper wird durch die Verwendung des IgG4-Anteils in der Fusion minimiert. FYB207 besitzt außerdem eine inhärente enzymatische Aktivität, die Patienten möglicherweise zusätzlichen Schutz für die Lunge und das Herz-Kreislauf-System bieten kann. Darüber hinaus kann FYB207 potenziell bei allen Coronaviren eingesetzt werden, die ACE2 als Eintrittspforte nutzen.

Die präklinischen Aktivitäten sowie die Vorbereitungen für den Eintritt in klinische Studien mit FYB207 verlaufen nach Plan. Darüber hinaus hatte Formycon ein erfolgreiches Scientific Advice Meeting mit dem Paul-Ehrlich-Institut und hat sich bereits GMP-Herstellungskapazitäten für FYB207 gesichert.

Formycon erhält, zusammen mit ihren akademischen Forschungspartnern, von der Bayerischen Forschungsstiftung Fördermittel für die initialen Entwicklungsschritte dieses Projektes.